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Lanzarote

Vulkaninsel

Nach all dem Trubel - Stille!
Zurückgekehrt aus frühlingshaften Breiten,
Klirrt noch im Ohr des Triebwerks hoher Ton,
Dringt Blütentraum in winterliche Zeiten.

Ob Lanzarote oder sonst wo - einerlei!
Es gibt ein passend Wort: Massentourismus.
Menschenmassen reisen an die Sonnenküsten
Auch jener Landsmann - dieser rasse Nichtsnutz -

Der am Buffet schnauzfrech dir das Besteck entwindet
Und im Getümmel sich zuerst den Teller füllt,
Randvoll aufgetürmt mit Leckerbissen,
Sogleich im Hintergrund des Speisesaals verschwindet.

All inclusive - das sorgt für Appetit!
Die Masse trägt am Handgelenk ihr Band.
Wer solche Massen isst, wird dick und fett.
Man sieht's! Das liegt doch auf der Hand.

Stramm bläst der Wind bei Tag und Nacht.
Wer den nicht mag, wär' besser nicht hierher gereist.
Ein Bad im Meer? Brr! Welch kühles Unterfangen!
Die Masse stört das nicht, sie trinkt dafür und speist.

In Bussen - einer nach dem anderen -
Karrt man die Massen an die Kassen:
Kaktusgarten, Kratertour, Lavahöhlen,
Tropicpark, Künstlerrefugium, Aussichtsterrassen.

Und das Individuum, kurvt im Pkw herum.
Die kleinen Leihwagen sieht man in Scharen,
Aber selten die Bucht, zu parken in freier Natur.
Ans Meer zu treten - oder auf Lava, soll man sich sparen.

Welch Unterschied zu südlichen Gefilden - Sauberkeit!
Nicht ein Fetzchen von Papier
Kein Plastikmüll, nicht Dosen und Flaschen,
Auch tadellose Straßen, ja, die gibt es hier.

So klagvoll auch die Orte klingen - Schall und Rauch!
Arrecife, Porto del Carmen, Playa Blanca
Erstarrter Bauwahn - deine Residentengettos,
Oft durchsirend vom Blaulicht-Sanka.

Altersheim Gebrechlichkeit dort nistet
Unter frühlingshafter Sonne, starkem Wind.
In unendlich vielen weißen Kästen, manch Einsamkeit
Matt winkend vom Balkon, wie ein verlassen' Kind.

An der Promenade aber - oder parallel dazu -
Die kilometerlangen Einkaufsmeilen für die Fremden
geben tags, wenn grell ihr Elend sichtbar,
Ihre ganze Wahrheit preis, wie Nackte ohne Hemden.

Ein Edelslum von Ladenbuden bunter Mischung,
Klein-Wildwest, wie man so sagt.
Wie das am Ende steht, wenn alles fällt?
Noch ist es nicht soweit, denn niemand klagt.

Der Vogel schwingt sich in die Lüfte
Hindurch des Sandsturms Nebelwand,
Trägt mich hoch mit Hundertschaften,
Setzt mich ab mit Sonnenbrand.

Endlich, nachts um zwei - gottlob daheim!
Müde sind die Augenlider, Kopf und Glieder.
O herrlich frische Wintersluft, am Wald!
Grüß' euch! liebe Bäume im silbrig Vollmondschein.

Obwohl die Verse schon beendet,
sei nachgetragen, was passierte in der Nacht:
Mir träumte von den Feuerbergen Lanzarotes -
Sie explodierten! Da bin ich aufgewacht.

Montagsdichter




 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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