Das Hirnstübchen
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Es spricht ein frustrierter Schutzengel:

Sie hatten mich mit Gelächter entlassen,
als ich geschickt ward in euere Gassen.
Den »Großen Vermittler, den Menschenfreund« -
so foppten sie mich, hatten gründlich aufgeräumt,
mich stolz zu fühlen, auserkoren zu sein,
vom Hohen Geist gesandt, zu Laster und Wein.

Mit Eifer rief ich den Geistern zu, wider besseres Wissen:
»Auf Erden gibt's Arbeit, das geistige Band, es ist gerissen«.
Doch heftig ihre Widerrede, ich konnt es gar nicht fassen!
»Nur zu, Engelchen! Sieh selbst, ob sie sich helfen lassen!
Das Menschengesindel wird dich schon lehren,
mit Freud und neuer Meinung schleunigst wieder heimzukehren«.

Nun wandle ich den langen Tag in euren Reihen,
und keiner nimmt mich von euch wahr!
Gar ein offenes Ohr von mir zu leihen -
kommt's niemand in den Sinn? Ist's denn nicht vorstellbar?

Ihr denkt an alles Mögliche in euren Köpfen!
Da brodelts, wie in vieler Köche Töpfen.
Und angerichtet wird es auch, das weiß ich wohl.
Da, was gedacht, auch angerichtet werden soll.
Warum, in Gottes Namen, denkt ihr so enge?
Das weite Denken hilft doch aus der Klemme!

Ein Wort an mich gerichtet - und ich bin da!
Bin nie weit weggegangen, von dir, als ich dich sah.
Nur hilft's mir nicht, find nicht Kontakt.
So ist es eben, wenn man keinen solchen hat.
Ich kann dir nicht die Schulter klopfen,
nicht mit Äuglein zwinkern - kann nur hoffen.

Steht abends dort am Firmament der erste Stern -
hier sitz ich ohne Tat vor deinen Mauern -
klingt mir der Spott im Ohr von fern.
Welch Menschenherz vermöchte, nicht zu trauern.

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