Das Hirnstübchen
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Der harte Kern vom Lebenssinn

Gestatten wir uns doch mal ein aberwitziges Gedankenbild: Die gesamte Schöpfung sei Software, mit der unser Dasein in einem fantastischen Superrechner abläuft. Unser Schöpfer wäre in Wahrheit das Programmiererteam. Am Programmierer läge es nun, einen vorbestimmten Ablauf der geschaffenen Datenwelt zu starten - mit uns als Protagonisten. Oder aber, was viel interessanter und spannender wäre, uns freies Handeln bei offenem Ausgang zu ermöglichen. Gewiss werden dazu Vorgaben nötig sein, auch Regeln, denen Konsequenzen folgen, und dergleichen.
Das einzelne Datenwesen erfährt objektiv nur dann einen Daseinssinn, wenn abschließend eine Auswertung der Ergebnisse vorgesehen ist. Verliefe aber das virtuelle Dasein vorherbestimmt, machte auch eine Auswertung wenig Sinn, da man doch weiß, wie alles endet. Und ebenfalls für die Akteure bestünde kein Anlass, einen Sinn in ihrer Rolle zu erkennen, wüssten sie es denn, dass sie gar keinen freien Handlungsspielraum haben. Die Variante mit vorherbestimmtem Ergebnis wäre ein völlig sinnloses Automatenspiel, deshalb sollten wir sie schnell wieder vergessen.
Sinn macht die Sache also erst, wenn das virtuelle Wesen als frei handelndes Individuum die Aufmerksamkeit oder gar die Sympathie des Programmierers findet. In diesem Falle geht die selektierte, vielleicht bewunderte virtuelle Lebensleistung als Erfahrung und geistige Substanz ins Bewusstsein des Programmierers ein; darüber hinaus gibt es, objektiv betrachtet, für das Datenwesen keinen höherwertigen Sinn, kein höheres Ziel. Die elektronisch-geistige Substanz aus dem Rechner, sie würde sich in eine biologisch-geistige Substanz verwandelt haben, die fortan im Gehirn des Programmierers ihren erlesenen Platz gefunden hat.
Ein anderes Beispiel soll diesen Wandlungsprozess weiter verdeutlichen: In einem Film kann eine erfundene Handlung, dargestellt durch imaginäre Lichtbilder, in unserem Geist einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen, stark genug, um unser Denken und Handeln zu beeinflussen. Selbst ein einzelnes Foto, das seine Existenz einer optischen Konstruktion und chemischen Abläufen verdankt, kann in unserem biologischen Gehirn tiefe Gefühle verankern, sogar Veränderungen des Denkens bewirken. Dieser geistige Transfer ist demnach unabhängig vom Medium, in welches die geistige Substanz eingeflossen ist.
Woran mag das liegen? Doch daran, weil der ursprüngliche Schöpfer dieser beispielhaften Datenwelt, des Filmes oder der Fotografie der menschliche Geist ist. Er hatte sich darin manifestiert und lebt darin fort.
Und der übergeordnete GROSSE GEIST hatte sich mit seiner gigantischen Konstruktionsleistung einst ebenso im Menschen selbst ausgedrückt, einschließlich seiner Lebensumgebung, der Natur, des Universums. Geist ist demnach konvertibel, austauschbar und kann sich in verschiedener Gestalt mitteilen. Beispielsweise konserviert in der Form eines Buches, eines Gemäldes, ebenso wie im lebenden Objekt, als Idee eines Tieres oder als frei handelnden Menschen. Aus demselben Grunde bewundert der Mensch die herrliche Natur, auch wenn sie nicht des Menschen Werk ist, sondern das seines Schöpfers: Der Geist bewundert den Geist.
Diese gewagte Betrachtung führt uns geradewegs auf die noch heiklere Frage, die ein jeder für sich selbst zu beantworten hat: Was erwartet der Mensch von seinem »Programmierer« und, umgekehrt, was erwartet jener vom Menschen?
(Aus dem Denkerband: »Abwägungen und Einsichten«).

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