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Auf Wiedersehen, Herr Einstein!

Gib mir einen Punkt, wo ich stehe, und ich will die Erde aus den Angeln heben. (Archimedes - Mathematiker und Physiker, Syrakus um 285 v.Chr.)

Gerne will ich Archimedes diesen Wunsch erfüllen, ihm meine Armbanduhr reichen und folgenden Vorschlag machen:
»Sieh auf die Zeigerachse, dort ist dein Punkt! Verfolge den Sekundenzeiger, wie er seine Runde macht und auf dem Zifferblatt eine unterschiedlich lange Strecke in derselben Zeit zurücklegt, einmal den kurzen Weg am Zentrum, einmal den längeren am Rand.«
»Aber ja! Dieser Punkt bedeutet die sprichwörtliche Ewigkeit, denn er bewegt sich nicht, er ruht als mathematischer Punkt, und um ihn herum beginnt die Zeit mit ihrer Bewegung. Im Punkt selbst ist zwar Zeit anwesend, doch sie steht ...«, könnte Archimedes entgegnen.
»Genau! Übrigens ist unser Punkt unabhängig von der Zeit. Beispielsweise, wenn unsere Uhr steht, also, wenn hier keine Zeit entsteht, ist der Punkt dennoch vorhanden, er war auch schon da, ehe die Zeit anlief. Und verlängern wir gedanklich den Zeiger bis an die Grenze des Universums, erhöht sich dort draußen die Geschwindigkeit doch gewaltig, wenn wir die Zeit der kleinen Armbanduhr beibehalten, oder? Dagegen ist die Lichtgeschwindigkeit nur eine lahme Ente!«
Lachend könnten wir hernach auseinandergehen, denn was das Modell zu verstehen gibt, schien in uns angekommen.
Ob Archimedes sich für jenen Ankerpunkt entschieden hätte, den es gedanklich in abstrakter Weise zu erfassen galt - wer kann das wissen? Sein Geheimnis verbirgt mehr, als nur die Welt aus ihren Angeln zu heben, vielmehr ist es eine Möglichkeit von vielen Vorstellungen, unser Bewusstsein auf eine Stelle zu konzentrieren, die nur vom EWIGEN besetzt sein kann. Dieser Zugang steht jedermann frei, und zwar an jedem Punkt dieser Erde.
In Gedanken versunken bin ich auf dem Heimweg, doch begegnete mir jetzt ein Astrophysiker oder gar das Genie Einstein, würde ich ihn ansprechen:
»Herr Einstein, wie bringe ich Zeit - Entfernung - Geschwindigkeit unter einen Hut? Ich will mir die Entstehung des Universums veranschaulichen. Was mache ich mit Ihrer Formel E=mc2 (Energie = Masse x Geschwindigkeit im Quadrat)? Wenn anfangs womöglich gar keine Materie (Masse) im Spiel war, sondern unerforschte Energie, dann müsste man damit zurechtkommen. Kann denn ohne Materie, allein aufgrund der jetzt gegebenen Dimension, eine rückschließende Energieformel gefunden werden?«
Einstein würde mich gewiss entgeistert ansehen.
»Was qualifiziert Sie zu einer solchen Frage?«
»Gar nichts - aber sehen Sie einmal hier auf meine Armbanduhr ...
Nehmen wir einmal an, der mathematische Punkt im Zentrum der Zeigerachse wäre das geistig energetische Entstehungszentrum unseres Universums, unsichtbar wie ein Gedanke. Seine räumliche Ausdehnung denken wir uns in der entsprechenden Verlängerung des Zeigers, den folgenden zeitlichen Ablauf entstehender Zeit, mit Drehbeginn des Zeigers.
Legen wir unser Augenmerk auf Entfernung und Geschwindigkeit. Der Energieaufwand eines Zeigerstummels in Achsennähe ist minimal, aber je länger wir uns diesen Zeiger denken, umso schneller bewegt er sich durch den Raum, und sein Energiebedarf wäre am Rande eines entstehenden und sich ständig ausbreitenden Universums wie groß? X hoch - wie viele Einheiten Lichtgeschwindigkeit pro Minute unserer Armbanduhr? Macht soundsoviel Energiebedarf - kann man so sagen?«
Einstein würde weinen! Ich bin eben kein Mathematiker, kein Physiker, habe keine Ahnung davon, nur etwas Fantasie. Also versuche ich es noch einmal:
»Der Zeiger beschreibt sozusagen eine unvorstellbar große, aber tatsächliche Kreisfläche, denn er symbolisiert hier die Ausdehnung der Galaxien, und die sind real und keine Einbildung.
Diese erste gedankliche »Scheibe« unseres heutigen Universums - wir sind großzügig, machen aus einer Ebene einfach mal eine Scheibe -, diese enthält ihren Anteil Energiepotenzial, das im neu geborenen Universum bereits vorhanden sein musste und dessen Größenordnung es ja abzuschätzen gilt. Welche Geschwindigkeit dabei unser Uhrzeiger für eine Umrundung haben müsste, das ist die große Frage. Gleich wie, es wird wohl nicht reichen, deshalb sollten wir einen Schritt weitergehen ...«
»Mannomann!«, ruft Einstein entsetzt.
»Wir könnten doch, während der Uhrzeiger einen Umlauf macht, gleichzeitig die horizontale Armbanduhr im selben Zeitmaß um ihre eigene Achse kippen. Dabei würde aus der ursprünglich zweidimensionalen Kreisfläche eine Kugelform mit wunderschön spiralförmig angehäuftem Inhalt. Schließlich entspricht das Universum eh dieser dreidimensionalen Form, in welcher die Materie der Sterne eingestreut ist. Ganz gefüllt scheint auch unsere gedachte Kugel nicht zu sein, es bleibt wohl noch reichlich Leere dazwischen. Aber vielleicht könnte ihr modellhaftes Energiepotenzial genügen, um die Urenergie des Ankerpunktes, des EWIGEN, des Schöpfers zu veranschaulichen?«
Auf Einsteins Stirn glitzern nun feine Schweißperlen, und da wollte ich ihn nicht weiter mit meiner grafischen Philosophie quälen und sagte:
»Auf Wiedersehen, Herr Einstein!«
Einstein brummelte beim Weggehen etwas vor sich hin - wenn ich mich nicht verhört habe: »... so ein verrückter Spinner! Das geht mir über die Hutschnur ...«
Und da - so was! Er dreht sich kurz um und streckt mir seine lange Zunge raus!
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